Der Erdens Weisen ruhige Gnade / Daeiras Anmut

written by malu winter

Es war ‘ne Winternacht vor nun drei Jahr’n
Die Luft so kühl, dass eim’ der Atem stockt.
Allein in Seel, im Geist, wie auch Gemüt
War einsam in der Welt, ohn’ Trost und Freund,
Das tapfre Herz schlug schwer in meiner Brust.
Du botest mir, einem Umherstreunenden,
Dem kleinen Fuchs, ohn’ Weg und Ziel
Und Kraft, die deine, noch fremde Hand.
Du botest mir dein warmes Licht,
Das mich – langsam misstrauisch gemacht
Ob blosser Erden Absicht und Motiv,
So schrecklich, böse, laut und grausam, viel –
Erschreckte zuerst. Du, das Reh, doch stets
Mit Rücksicht als auch Bedacht, behutsam,
Von sanfter Natur und vorsichtig, über
Den verschneiten Waldboden schreitend, gabst
Mir Halt, die Sicherheit, die ich mir selbst
Zu geben noch nie im Stande war,
Zum Schlafen, finden, ewig ruh’n und suchen.
Ungleiches Paar, vereint in Geist und Körper,
Danksagungen schreiend gen Himmel.
Zufrieren gar die Höll’, die Götter auch verspotten,
Dies Alles würd’ ich eher tun, jetzt sofort,
Als einschränken zu lassen meine Liebe,
Die ich empfind, seit jener Winternacht.