Schau’ mich nich’ so an

written by malu winter

Mensch, warum machst mich schreiben folgend Worte
Anstatt zu seh’n die meinen dunklen Orte?
Anstatt zu seh’n das meine Herzeleid?
So gern verbracht ich hab mit dir zu zweit
Seit Anbeginn der uns’ren alten Zeit
Und wenn ich gehen müsste meilenweit,
Die vielen, ungezählten, prächtig Tage,
Das steht – ich lobs – wahrhaft ausser Frage.
Und dennoch fällts mir schwerer Tag für Tag
Nicht spüren müssen wie es mich verletzt
Und frag mich, ist’s weil ich dir was versag,
Und werd traurig einfach so von hier auf jetzt.
Da steh ich nun aufs Mal und sprech zu dir
Du hörst mir tatsächlich auch wahrhaft zu,
Doch einerlei wie oft ichs noch probier
Du siehst mich nicht, es lässt mir keine Ruh,
Es sieht fast aus als ob ich dich verlier,
Und stets die eine Frage die mich plagt,
Und mich auch nachts beim schlafen, träumen jagt,
Wie wär die Welt wenns nicht gäb ein wir?
Doch würd’s am End’ auch wirklich was verändern,
Und würd’s mehr Schmerz denn echt für mich bedeuten,
Ohn’ dich zu stehen an des Lebens Rändern,
Gehüllt in den so kuschligen Gewändern,
Aus schützend’ Liebe von den and’ren Leuten,
Die wissen was ich brauch’, wenn ich’s nicht zeig,
Die mich selbst hören könn’, wenn ich grad schweig.
Ich weiss, ich weiss, du liebst mich wirklich sehr,
Dich mir zu öffnen, fällt dir jedoch schwer.
Ich weiss, ich weiss, schon lange ist’s nun her,
Als begonnen hab’n, zu zieh’n umher,
Doch grenzenlos viel Zeit verstrich seither.
Ich hab dir stets gereicht die meine Hand,
Doch waren wir wohl bloss ein Schloss aus Sand.
Ich will dir hier nun wirklich ehrlich sagen,
Und nicht mehr einfach lieb und nett nur fragen,
Die deinen Blicke sind es, die mich plagen.
Wenn deine schönen Unschuldsaugen,
Mir meine Kleider grob vom Leibe reissen,
Und die Entschuldigungen nie was taugen,
Dann will ich mir die meine Haut zerbeissen.
Ich bin nicht dein und werds auch niemals sein.
Ich bin nur mein und nicht aus weissem Stein.
So solltest du es also nochmals wagen,
Die meinen Wünsche einfach zu missachten,
Und mich so ekelhaft zu betrachten,
Dann werd ich dir in deine Fresse schlagen.
Es tut mir Leid doch kanns nicht mehr ertragen.
Für immer muss ich dich nun ganz verjagen.
Acht Jahre sinds gewesen im August,
Du bist ein wahrhaft tragischer Verlust,
Und dennoch fällt aufs Mal ein grosser, schwerer Stein von meiner Brust.